Geschäftsbericht für das Jahr 2021

Münsterland. In diesen Tagen versendet die RVM ihren Geschäftsbericht an die Kommunalverwaltungen und die politischen Vertreter der Kreise und Kommunen und geht dort auf weitere wichtige Themen des vergangenen Jahres ein. Zugleich gibt sie auch einen Ausblick auf Projekte und Innovationen, von denen die Menschen im Münsterland in Zukunft profitieren werden.

Gelegenheitsverkehr und AzubiAbo weiterhin stark

Im Gegensatz zum ersten Pandemie-Jahr haben im Jahr 2021 mit 19,9 Millionen Fahrgästen rund eine Million mehr Fahrgäste das Angebot der RVM genutzt. Trotz der Erholung blieben die Fahrgastzahlen weiter hinter denen des Vor-Corona-Zeitraums zurück. In den einzelnen Ticketsegmenten zeichnete sich ein uneinheitliches Bild ab. War der Absatz von Abonnements, 7 TageTickets und 30 TageTickes mit rund 15 Prozent zu 2020 auch im letzten Jahr rückläufig, wurden die Tickets im sogenannten Gelegenheitsverkehr (Einzel-, Vierer- und TagesTickets) mit über 21 Prozent deutlich stärker nachgefragt. Bei den Abonnements verbucht das westfalenweit gültige AzubiAbo auch im zweiten Jahr der Pandemie einen positiven Absatz. So konnte die Zahl der Abonnenten im Jahr 2021 um rund 100 auf knapp 2.500 gesteigert werden.

Bargeldlos bezahlen und App-Verkäufe immer gefragter

Seit dem letzten Jahr können Fahrgäste in allen Bussen der RVM ihr Ticket beim Fahrpersonal bargeld- und kontaktlos bezahlen. Dieser Service kommt bei den Fahrgästen an – stetig sind im vergangenen Jahr die Um- und Absätze gestiegen. Waren es im Januar noch 300 Tickets, die über die installierten Terminals bezahlt wurden, erhöhte sich die Zahl der Tickets im Juni auf bereits 520 und im Dezember auf über 1.500. Der Trend zum digitalen Bezahlen per Bank- oder Kreditkarte und über den verschiedenen Bezahlmethoden über das Handy setzt sich auch im Jahr 2022 fort. Dank des geänderten Kauf- und Bezahlverhaltens sind auch die Verkäufe der E-Tickets über die BuBiM-App weiterhin gestiegen. Im Januar wurden rund 1.500 und im Dezember bereits über 3.000 Tickets verkauft.

„Die Corona-Pandemie hat sich auch im Jahr 2021 auf die Fahrgastzahlen ausgewirkt und die Arbeit der RVM geprägt“, sagt Dr. Herbert Bleicher, Aufsichtsratsvorsitzender der RVM. „Gleichwohl konnte die RVM dank des ÖPNV-Rettungsschirmes von Bund und Land die Busverkehre auch während der Coronawellen in gewohnter Qualität und Leistung aufrechterhalten.“ Für André Pieperjohanns, Geschäftsführer der RVM, ist dies ein wichtiges Zeichen: „Denn der Klimawandel hat sich keineswegs abgeschwächt und der ÖPNV nimmt eine tragende Rolle bei der Reduzierung der mobilitätsbedingten Emissionen ein.“

On Demand-Verkehre erfolgreich gestartet

Die neuen – über Förderprojekte realisierte – Mobilitätsangebote G-Mobil in Gronau und kommit-Shuttle in Senden sind im letzten Jahr erfolgreich gestartet. On Demand – also „auf Bestellung“ und per App kommen die Fahrzeuge und bringen die Fahrgäste an ihr Ziel. In Gronau sind Stand Mai 2022 rund 5.800 Nutzer registriert und in Senden haben die mehr als 1.900 Nutzerinnen und Nutzer mehr als 14.000 Fahrten unternommen.

Statt Auto: BaumwollExpress startet am 1. September

Als neues ÖPNV-Angebot im Kreis Borken startet am 1. September der BaumwollExpress mit der Liniennummer X80, der entlang des deutsch-niederländischen Grenzverlaufes die Kommunen Bocholt, Rhede, Borken-Burlo, Südlohn-Oeding, Vreden, Ahaus-Alstätte, Gronau und Bad Bentheim miteinander verbindet. Angelegt für zunächst zwei Jahre, soll der BaumwollExpress eine attraktive Alternative zum Auto bieten.

„Wie sieht der ÖPVN der Zukunft aus und welche Erwartungen haben Fahrgäste an die RVM“, nennt Pieperjohanns strategische Fragen, die gemeinsam mit den Eigentümern behandelt werden. „Dass die Zukunft des ÖPNV digital und vernetzt sein wird, ist unstrittig“, sagt Dr. Bleicher und verweist auf das Förderprojekt „MaaS“ Mobility as a Service des Landes NRW an dem die RVM beteiligt ist. Die Fördersumme in Höhe von 650.000 € wird eingesetzt, um die Datenqualität im Busverkehr Westfalens zu verbessern und verschiedene Verkehrsmittel des Umweltverbundes besser untereinander zu vernetzen. Auch ist die Buchung von bedarfsgesteuerten TaxiBus-Verkehren über eine App vorgesehen.

Geschäftsbericht 2021